Is Sexism among Homosexuals in CIS Countries A Problem?

February 27, 2013 — main1ain
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Recently I have noticed that homophobia in the CIS countries has another interesting and scary side. It’s expressed in the fact that those who accept or tolerate homosexuality, or are homosexual themselves, avoid talking about domestic issues of same-sex relationships.

They fear that the society, who is mainly intolerant, will use any negative information as an argument against them. Therefore, gay and lesbian people in Russia and CIS countries are trying to prove to everyone that they are “good”: young, creative, educated and wealthy.

Сексизм в гомосексуальной среде, источник: facebook.com

Sexism in a homosexual environment, source: facebook.com

 

Gays and lesbians try to convince themselves and others that they are not just the same as all the rest, but even better, more “right”. In the long run, it seems that they try demonstrating all positive qualities to prove that the society should love them and finally stop witch-hunting. This is certainly not their fault, but rather their misfortune. Homosexuality in our countries is such a stigma that many simply can not afford to declare, for example, the idea of remaining a child-free person.

Let’s consider for example the problem of violence in same-sex couples. To be even more precise, in a lesbian relationship. They don’t talk about it at all. Although in German-language sources I found the notion that violence in a lesbian couple occurs probably almost as often as in a heterosexual couple. Here, too, one can be beaten, humiliated, raped or killed.

Still, I was surprised to read today, that a Russian radical feminist – a person who, in theory, should be more sensitive to any manifestation of violence – just sneered at the woman who confessed that she was raped. She probably was not realising herself she compiled all of the most popular sexist quotes, while was claiming at first that lesbians never rape and later asking to describe the act of rape with a spiteful comment “homophobes have already bated their breath in anticipation and have unbuttoned their pants”. Furthermore, after a detailed description of the rape, she continued convincing the victim that only men can be violators, and if a lesbian rapes, she is not a lesbian at all, as she is too much “masculine”.

I think this is another kind of sexism, which is, nevertheless, exactly the same as the old one. Because it’s still driving us into cliches and makes us believe that men or women are defined by nature. Because “all men are rapists, and all rapists are men”, and because “a lesbian, a woman, is not able to perform violence, which leads to a logical conclusion that all women are not able to perform violence”.

That’s why lesbians, raped or beaten by their own female partners, remain under the double yoke of sexism – from the homophobic public as well as from their own, or tolerant to homosexuality, compatriots.

Jeanna Kroemer for EASTBOOK

 

Abseits von Pussy Riot

September 14, 2012 — main1ain
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DE: Pussy Riot und Femen sind dank spektakulärer Aktionen weltbekannt. Welche feministischen Gruppen existieren außerdem in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion?

 

Als feministische Gruppen aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion kennt man bei uns hauptsächlich Pussy Riot und Femen. Die einen wurden gerade in einem sehr öffentlichkeitswirksamen Prozess wegen eines Auftritts in einer Kirche hinter Gitter gebracht, die anderen kennt man wegen spektakulärer Oben-Ohne-Proteste gegen Prostitution. Abgesehen von diesen beiden mittlerweile "berühmten" Gruppen hört man hier im Westen wenig von feministischem Engagement in Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Pussy Riot

"Man hört von diesen beiden Gruppen, weil sie auf die Straße gehen", sagt Jeanna Krömer, belarussische Journalistin. "Und Straßenaktivismus ist in postsowjetischen Ländern nicht sehr entwickelt, weil es zum Beispiel in meinem Herkunftsland, in Belarus, sehr gefährlich ist."

 

Jeanna Krömer wird am Samstag, den 22 September, einen Workshop zum Thema Feminismus in postsowjetischen Ländern halten. Der findet im Rahmen der FrauenSommerUni auf der Uni Wien statt. Dort gibt es auch noch mehr Workshops, Vorträge, Filme zum Thema "Feminismen Leben".

 

Dort kann man nämlich schon für geringste Formen des Protests im Gefängnis landen. Vergangenen Sommer haben Menschen Flashmobs wie "Eis essen" oder "Gemeinsam auf der Straße in die Hände klatschen" organisiert. "Man trifft sich auf der Straße und klatscht in die Hände. Man stört niemanden, hält keine Autos auf zündet nichts an. Man trifft sich und klatscht. Oder schweigt sogar. Dafür kommt man in unserem Land schon in den Knast! Unter solchen Umständen ist es schwer, sich zu trauen, auf der Straße aktiv zu werden. Man muss fast schon - im guten Sinne - verrückt sein, um auf die Straße zu gehen!"

 

Aus diesem Grund fehlen aus diesen Ländern die medienwirksamen Bilder von großen Protesten, oder eben von Feministinnen, die auf die Straße gehen. "Viele riskieren das nicht, deswegen ist Feminismus in Belarus, Russland oder der Ukraine meistens intellektueller Feminismus", sagt Jeanna Krömer. Das heißt, man betreibt Online-Communities, bringt Zeitschriften heraus oder schreibt Bücher. Teilweise ist der Feminismus sehr theoretisch, oft an den Unis beheimatet. Jeanna zum Beispiel leitet eine junge feministische Gruppe "Belarussische Brennessel". Die existiert seit zwei Jahren und gibt eine PDF-Zeitschrift zu Fragen der Gleichberechtigung heraus, verleiht "Antipreise" an Sexisten und versucht, eine eigene Podcasting-News-Site FEM.FM zu machen.

 

Pussy Riot und Femen - Feministinnen oder nicht?

 

Ähnliche Initiativen im Netz oder an den Unis gibt es viele, sie werken aber meist abseits der großen Medienöffentlichkeit. Deswegen sind Gruppen wie Pussy Riot oder Femen im Westen eben umso bekannter, sagt Jeanna Krömer. Pussy Riot können - entgegen den Unkereien des westlichen Feuilletons - auch tatsächlich als Feministinnen gesehen werden: "Pussy Riot kämpfen gegen Gewalt, Klerikalismus, Religion in der Politik, Sie sprechen laut für Frauen und nennen sich selbst Feministinnen."

 

Was man von Femen aus der Ukraine nicht behaupten kann, so Krömer. Die geben sich auf ihrer englischsprachigen Website - für die AusländerInnen - zwar als "Womens Movement" aus, in russischsprachigen Interviews sagen sie aber etwas ganz anderes. "Wenn sie direkt darauf angesprochen werden sagen die Frauen von Femen 'Wir sind keine Feministinnen - wir hassen die Männer doch nicht'. Das zeigt doch schon, was sie vom Feminismus wissen - wissen nicht halten - denn zu wissen scheinen sie nicht viel!" meint Jeanna Krömer.

 

Und ob ihr nominales Ziel - gegen Prostitution zu kämpfen - mit den von ihnen angewendeten Mitteln erreicht werden kann, dessen ist sich Jeanna auch nicht so sicher "Die Männer in den Foren kommentieren ihre Aktivität mit 'Was für sexy Bitches! Ich muss mal in die Ukraine fahren!' So wie sie sich präsentieren, möchte ich wirklich wissen, wie viele Sex-Reisende ihre 'Proteste' von der Ukraine ferngehalten und wie viele sie angelockt haben."

 

Irmi Wutscher

ORF.at

 

Senioren in Belarus. «Unsichtbare Generation» versus «Goldenes Alter»

February 27, 2012 — main1ain
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DE:  

Teilnehmerinnen der Universität „Goldenes Alter“ bei einer Besprechung - Lana Rudnik (Genehmigung zur Veröffentlichung liegt vor)

 

 

 

Die Senioren in Weißrussland (aktueller Name «Belarus») sind in den letzten Jahrzehnten vom Staat und von der Gesellschaft wenig berücksichtigt worden.

Aber auch hier gibt es erste Veränderungen.

So versucht eine kleine gesellschaftliche Initiative die schönen Seiten des Alters für belarussische Rentner neu zu entdecken und ihren Wissenshunger zu stillen. In Belarus geht man früher in Rente als in Deutschland: Frauen ab 55, Männer ab 60 Jahren. Sind Belarussen damit glücklicher? Leider kaum. Hier Rentner zu werden, bedeutet fast immer aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein.

Wenn viele deutsche Senioren sich keine Reisen oder Restaurantbesuche mehr leisten können, geht es den meisten belarussischen «Babuschkas» einfach ums Überleben, da das Geld für Nahrung und Medikamente nicht immer reicht.

Außerdem gehört die Gruppe der Senioren in der Gesellschaft zu einer der schwächsten. Sie wird kaum in den Medien erwähnt, und wenn schon, dann manchmal sogar mit einer diskriminierenden Botschaft.

Außerdem gibt es kaum Vereine, die sich mit den Problemen der Senioren beschäftigen. Man wird nur sich selbst und der Familie überlassen.

Nichtsdestotrotz werden manche gesellschaftliche Aktivisten sich dieses Problems bewusst und versuchen, die Lage der Menschen im würdigen Alter zu ändern. Seit 2010 funktioniert z.B in Grodno, der Stadt an der Grenze zu Polen, die «Universität des goldenen Alters».

Lana Rudnik ist eine der Mitorganisatorinnen der Veranstaltungen für ältere Menschen. Sie erzählt:«Die Prinzipien unserer Arbeit sind Aktivität, positives Denken, Selbsthilfe, politische und religiöse Neutralität».

Nach ihren Angaben wurde die «Universität des goldenen Alters» im vorigen Jahr von 40 Studentinnen und Studenten besucht und in diesem Jahr sind es schon 70 Besuche.

«Unser Projekt ist für die aktiven Menschen gedacht, die keine Lust haben, nur zu Hause zu hocken. Wir machen zusammen Yoga, organisieren Ausflüge um die Geschichte unserer Stadt kennenzulernen.

Es gibt Teekränzchen, Kurse für Kunst, Handwerken, belarussische Sprache, Computer und auch Gartenbau. Regelmäßig werden interessante Trainer und Lehrer eingeladen, spannende Vorlesungen gehalten und Diskussionen geführt.

Es werden verschiedene Themen angesprochen: z.B. Psychologie, gesunde Ernährung, Intimleben, praxisorientierte Rechtswissenschaft usw.». — so Frau Rudnik.

Das gute Beispiel scheint «ansteckend» zu werden. Eine ähnliche Initiative ist vor kurzem auch in der belarussischen Stadt Brest entstanden. Außerdem sind vor wenigen Monaten mittlerweile in drei Gebieten von Belarus staatliche Tagesanstalten eröffnet worden, wo die älteren Personen ihre Zeit verbringen können.

Da geht es überwiegend darum, dass das Personal aufpasst, dass Mahlzeiten und Arzneimittel von den Betreuten rechtzeitig eingenommen werden. Gleichzeitig aber werden auch Unterhaltungs- und Ausbildungsmöglichkeiten angeboten.

Auch wenn diese Projekte den existierenden Bedarf noch bei Weitem nicht decken, man möchte trotzdem hoffen, dass es ein Zeichen dafür ist, dass die belarussische Gesellschaft langsam Senioreninteressen wahrnimmt.

Jeanna Krömer für «Spätlese»

 

http://www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/verwaltung/soziales/spl06.html

22.06.11 Friedliche Proteste in Belarus

June 22, 2011 — main1ain
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Heute sind in vielen Städten belarussische Bürger auf die Straßen gekommen. Es war eine friedliche Protestaktion gegen die politisch-ökonomische Lage, die im Land herrscht. Man hat Kinder mitgebracht, Blumen verschenkt und in die Hände geklatscht.

 

Resultat... Hunderte Menschen wurden von der Polizei zusammengeschlagen.

 

Bevor Sie sich Fotos von dem dabei anwesenden Fotographen Anton Motolko anschauen, lesen Sie bitte diesen Auszug aus dem belarussischen Gesetz der Republik Belarus vom 17.07.2007 N 263-N "Von den Inneren Angelegenheiten [Polizei] der Republik Belarus"

Artikel 27. Anwendung von körperlicher Gewalt

Ein Polizeibeamter verwendet körperliche Gewalt, einschließlich von Kampfgriffen, Behelfsmitteln zur Verhinderung von Verbrechen und Ordnungswidrigkeiten, sowie der vorläufigen Festnahme der Personen die es begangen haben, Selbstverteidigung, Bekämpfung bei der Widersetzung gegen seine rechtmäßigen Aufforderungen, wenn eine ungewaltätige Vorgangsweise ausgeschlossen ist...

Und so handeln sie in Wirklichkeit.

Weitere Fotos im Blog von Anton Motolko hier und hier